[2011-12-26] FF by Livvy – Kap.2
So, hier kommt nach einer kleinen Pause das zweite Kapitel von Livvys FF. Viel Spaß beim Lesen und nochmal frohe Weihnachten! =)
Abschnitt 2
„Nimm dein“
Warum es hieß, man solle auf sich und sein Leben acht geben, wurde mir dann in dieser Nacht bewusst.
Ich hatte den Abend weder bei meinen Freunden, noch sonst wo verbracht, sondern mich einfach in mein Zimmer gesetzt und nachgedacht.
Auch wenn ich diese nachdenkliche, ernste Seite selten zeigte, war sie dennoch ein Teil vom mir.
Die flackernde Straßenlaterne draußen warf hin und wieder den Schatten des Stuhles, welcher vor dem Fenster stand und nicht selten von mir benutzt wurde, um die Stille der Nacht zu betrachten, auf meine Bettdecke.
Es war vollkommen still, während ich meinen Gedanken nachhing und mein Kopf dabei immer wieder auf meine Brust sank.
Die Müdigkeit übermannte mich langsam, wie ein tödliches Gift.
Aufgeweckt wurde ich nicht etwa von der Sonne, die sich durch die Vorhänge stahl und mich blendete, nein, ein Schuss durchschnitt die Stille und verursacht bei mir eine Gänsehaut.
Langsam richtete ich mich auf, während mir die Furcht in alle Glieder fuhr.
Es hatte sich so nah angehört. Als ob genau vor der Detektei ein Schuss gefallen wäre.
Ein wenig eingeschüchtert warf ich mir eine Sweatshirt Jacke über, schlüpfte in meine Schuhe und verließ das Schlafzimmer.
Gerade als ich den dunklen Flur betrat, fiel ein zweiter Schuss. Ich zuckte zusammen, nur um dann mein Tempo zu erhöhen und so schnell wie möglich in das Büro der Detektei zu kommen, wo man einen guten Blick auf die Straße vor dem Haus hatte.
Es machte mich allerdings stutzig, das Ran von dem Lärm noch nicht aufgewacht war. Sie war doch sonst so schreckhaft. Ob sie so einen guten oder besser gesagt festen Schlaf hatte, das sie selbst das Geräusch von Schüssen nicht aus diesem riss?
Ich schüttelte den Gedanken rasch ab, als mir bewusst wurde, das Ran ja den Abend bei ihrer Freundin Sonoko verbracht hatte. Auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie um eine solche Uhrzeit noch nicht wieder zu Hause war.
Leise öffnete ich die Tür zur Detektei. Der Mond warf seinen fahlen Schein durch die Fenster und tauchte meinen Schreibtisch und überhaupt den Teil des Raumes, welchen es erreichen konnte, in ein ungemein gespenstisches Licht.
Ich bewegte mich vorwärts, bis ich die großen Fenster erreicht hatte und spähte runter auf die Straße.
Die flackernde Straßenlaterne war zersprungen. Ein großer Teil der Straße vor dem Fenster lag im halbdunkeln.
Als mein Blick weiter den Gehweg hinunter wanderte, sah ich es schließlich.
Die Scherben der Laterne lagen in der roten Flüssigkeit. Im Lebenssaft. Im Blut. Reflektierten das Mondlicht.
Mir stockte einfach nur der Atem, während ich die zitternde Hand zur Faust ballte und die Tränen zu unterdrücken versuchte.
Über die Lippen kam mir nur ein einziges Wort: „Ran.“